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50 Jahre Heimathaus

19.10.2026

Festakt zeigt die große Bedeutung des Traunreuter Heimathauses für die Stadt

Am Samstag, 17. Oktober, hat der Verein Heimathaus und Museum e.V. sein 50-jähriges Jubiläum mit einem Festakt gefeiert. In seiner Festansprache im voll besetzten Saal des Heimathauses erinnerte der Vereinsvorsitzende Gerhard Wonner an die Bedeutung des Hauses für die Stadtentwicklung und die Integration. Rund 12.000 Besucherinnen und Besucher kommen jährlich ins Heimathaus, das 22 Vereinen, der Volkshochschule und der Stadt für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Die Vereinsmitglieder koordinieren die Termine, kuratieren Ausstellungen und kümmern sich um den Erhalt des Gebäudes und seiner Räume.

Als das Heimathaus 1976 eröffnet wurde, sollte es in der noch jungen Stadt einen Ort schaffen, an dem Geschichte bewahrt und kulturelle Traditionen weitergegeben werden. Daraus ist ein wichtiges kulturelles Zentrum entstanden, in dem Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln und Interessen bis heute zusammenkommen.

Auch das Gebäude selbst ist Teil der Traunreuter Vergangenheit. Es gehörte ursprünglich zur ehemaligen Heeresmunitionsanstalt St. Georgen, der sogenannten Muna. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich auf dem Gelände Schritt für Schritt die Stadt Traunreut. Menschen aus unterschiedlichen Regionen kamen hierher, bauten sich eine neue Existenz auf und prägten das Zusammenleben. Das Heimathaus macht diese besondere Entstehungsgeschichte greifbar und erinnert daran, wie aus vielen einzelnen Lebenswegen eine gemeinsame Stadtgesellschaft gewachsen ist.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Landsmannschaften. Im Heimathaus haben sie einen Ort, an dem sie ihre Bräuche, ihre Musik, ihre Tänze und ihre Traditionen pflegen und an jüngere Generationen weitergeben können.

Doch das Heimathaus ist nicht allein ein Ort der Erinnerung. Ausstellungen, Vorträge, Kurse und gesellige Treffen gehören ebenso zum Programm wie die Angebote der Volkshochschule. So schlägt das Haus eine Brücke zwischen den Anfängen der Stadt und dem heutigen alltäglichen Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger.

„Das Heimathaus hält unsere Geschichte sichtbar. Es erinnert daran, dass Traunreut keine Stadt mit einer jahrhundertealten, geradlinigen Entwicklung ist, sondern eine Stadt, deren Identität sich innerhalb weniger Jahrzehnte aus ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensgeschichten herausgebildet hat“, erinnert Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat in seiner Festansprache.

Die Stadt unterstützt den Verein, indem sie ihm das Gebäude kostenfrei zur Verfügung stellt. Dangschat würdigte insbesondere den ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder, die das Haus pflegen, historische Zeugnisse bewahren und Veranstaltungen organisieren. Neben dem Vorsitzenden Gerhard Wonner hob er auch Reinhold Fuchs hervor, der den Verein seit seinen Anfängen begleitet und seine Entwicklung mitgetragen hat. Sein Dank galt auch Fritz Bantscheff, der sich seit vielen Jahrzehnten für das Heimathaus engagiert, und Julius Wachsmann, dem letzten lebenden Gründungsmitglied des Vereins.  

Wie vielfältig das kulturelle Leben im Heimathaus ist, zeigte auch das Jubiläumsprogramm: Die Weidenthaler Chormädels, die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Siebenbürger Sachsen, die Stadtkapelle Traunreut, der Chor Hoffnung, eine Gruppe Russlanddeutscher und die Singgruppe der Banater Schwaben gestalteten die Feier musikalisch und tänzerisch. Zusammengestellt hatte das Programm Richard Schneider, Vorsitzender der Siebenbürger Sachsen in Traunreut.

Auch nach 50 Jahren erfüllt das Heimathaus seinen ursprünglichen Zweck: Es bewahrt die Geschichte Traunreuts, hält kulturelle Traditionen lebendig und bietet den Vereinen Raum für ihre Arbeit.


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