Rund 50 technische Mitarbeitende aus Wasserwerken, Zweckverbänden und kommunalen Versorgern haben sich am Dienstag im Studio des k1 in Traunreut getroffen, um sich im Rahmen der Wasserwerksnachbarschaften fachlich auszutauschen.
Dass dieses Treffen nach mehr als zehn Jahren wieder in Traunreut stattfand, freute vor allem den Leiter der Wasserwerksnachbarschaften im nördlichen Landkreis Traunstein, Franz Remmelberger, stellv. Betriebsleiter Wasserversorgung bei den Traunreuter Stadtwerken: „Der Austausch unter Fachleuten ist enorm wichtig – nicht nur mit Blick auf mögliche Versorgungsengpässe, sondern vor allem auch, um den Blick zu weiten und neue Impulse zu bekommen.“
Der Dritte Bürgermeister Johannes Danner brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt: „Ohne Wasser läuft nichts.“ Er ergänzte, dass Wasser – neben Sauerstoff – das wichtigste Gut sei. Weil es keine Grenzen kenne, müsse auch der Austausch grenzüberschreitend mit den Nachbarkommunen stattfinden.
Im Anschluss gab der Leiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, Einblicke in die vielfältigen Aufgaben seines Betriebs. Die Traunreuter Stadtwerke kümmern sich seit 1956 als Eigenbetrieb um die Wasserversorgung, sind vollständig in kommunaler Hand und beschäftigen rund 40 Mitarbeitende. Jährlich fördern sie etwa 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Großteil kommt aus der Brunnengalerie in Traunwalchen (88 Prozent), dazu 12 Prozent aus Niedling. Die Brunnen in Nunhausen und Hörpolding tragen jeweils rund ein Prozent bei. Darüber hinaus gibt es in Frühling zwei Hochbehälter, in denen insgesamt 5.000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Wachsmuth betonte, dass trotz des Klimawandels die Pegelstände in Traunreut stabil sind und der Trend keine Knappheit erkennen lässt.
Zudem hob er hervor, dass die Nitratwerte bei den regelmäßigen Qualitätsprüfungen konstant sehr niedrig sind und keine Pflanzenschutzmittel im Wasser nachweisbar sind. „Das Wasser in Traunreut liegt qualitativ auf einem sehr hohen Niveau“, betonte der Werkleiter. Dass das so ist, hat mit Entscheidungen zu tun, die schon Jahre zurückliegen: Die Stadtwerke pachten Flächen in den Wassereinzugsgebieten an und lassen diese von örtlichen Landwirten gewässerschonend bewirtschaften.
Dazu gehört auch, dass die Stadtwerke das rund 190 Kilometer lange Rohrnetz regelmäßig überprüfen und Schäden umgehend beheben. So werden eine hohe Qualität und ein geringer Wasserverlust bis zum Hausanschluss sichergestellt. Obwohl das Rohrleitungsnetz der jungen Stadt Traunreut noch verhältnismäßig neu ist, werden jährlich ein bis zwei Prozent erneuert. „Wir möchten vermeiden, dass wir in einigen Jahren ein veraltetes, marodes Leitungsnetz haben, das aufgrund der hohen Kosten dann kaum mehr zu sanieren ist“, erklärte Wachsmuth die konsequente Erneuerungsstrategie.
Weitere Impulse setzte an diesem Tag ein Vertreter des Landschaftspflegeverbands Traunstein, der Kooperationsmöglichkeiten vorstellte. Am Nachmittag ging es zur
Geothermieanlage in Traunreut. Ein Blick über den Tellerrand, der zeigt, wie eng Wasser, Energie und Infrastruktur zusammenhängen. Die Treffen der Wasserwerksnachbarschaften werden vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Landesamt für Umweltschutz gefördert.
