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Siebenbürger Sachsen feiern zum 30. Mal ihr Kronenfest

01.07.2026

Jugendgruppe der Siebenbürger Sachsen aus Landshut begeistern mit ihrer Aufführung.

Die Siebenbürger Sachsen haben am Samstag, 27. Juni, ihr 30. Kronenfest in Traunreut gefeiert. Mehr als 250 Besucher kamen zum Heimathaus, um gemeinsam mit den Gastgebern dieses besondere Jubiläum zu begehen. Mitten unter ihnen waren auch viele ehemalige Mitglieder der Trachtengruppe, die für diesen Anlass noch einmal ihre Tracht angezogen und gemeinsam mit den Aktiven getanzt und gefeiert haben. Auch in diesem Jahr bereicherten die Jugendtanzgruppe der Siebenbürger Sachsen aus Landshut und der Trachtenverein D’ Traunviertler aus Traunwalchen das bunte Programm.  

Das Kronenfest ist einer der bekanntesten Bräuche, den die Siebenbürger Sachsen in Deutschland feiern. 1764 wurde es als „Baumbesteigen am Johannis-Tag“ erstmals erwähnt. Es handelt sich um ein sogenanntes „Erntebittfest“ – also sozusagen das Gegenstück zu Erntedank. Traditionell wird im Zeitraum zwischen dem Johannis-Tag (24. Juni) und dem Peter- und Pauls-Tag (29. Juni) gefeiert. Während am 24. Juni die Wiesen zum Mähen freigegeben wurden, hörte das Korn laut einer Bauernregel am 29. Juni auf zu wachsen. Dieser Zeitpunkt war also früher die letzte Möglichkeit für ein großes Fest der ganzen Dorfgemeinschaft vor der harten Feldarbeit.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten steht seit jeher das Erklimmen des Kronenbaums, die Kronenpredigt und das Herabwerfen von Gaben. In Traunreut arbeitete sich Raul Albrich an einem glatt gehobelten Stamm bis zur festlich geschmückten Krone hinauf. Oben angekommen nahm er einen Schluck Wein und sprach die traditionellen Verse mit Wünschen für eine gute Ernte. Dann folgte der Höhepunkt für die kleinsten Gäste: Albrich warf Süßigkeiten aus der Krone zu den wartenden Kindern hinunter, die diese begeistert einsammelten.

Dass das Kronenfest in Traunreut inzwischen selbst Geschichte geschrieben hat, zeigt ein Blick zurück. 1995 wurde die Veranstaltung erstmals gefeiert, lediglich während der Corona-Pandemie musste sie einmal ausfallen. Oswald Zerwes, damals Zweiter Vorsitzender der Landsmannschaft, erinnert sich noch gut an die Anfänge: „Wir wollten einfach diesen schönen Brauch weiterführen, wie wir ihn aus der alten Heimat kannten.“

Für Richard Schneider, Vorsitzender der Siebenbürger Sachsen Traunreut, ist das Kronenfest weit mehr als ein Brauchtumsfest. „Unsere Bräuche und Traditionen sind nicht nur Erinnerungen, sie sind lebendige Heimat, die wir im Herzen tragen – egal, wo wir wohnen“, sagte er in seiner Ansprache. „Jedes Mal, wenn wir unsere Trachten tragen, unsere Tänze aufführen und unsere Lieder singen, wird ein Stück Geschichte lebendig“, so Schneider. Das Kronenfest erinnere daran, woher die Gemeinschaft komme und wieviel sie über Generationen hinweg bewahrt habe.  

Auch Erster Bürgermeister Hans-Peter Dangschat gratulierte zum Jubiläum. Er ist jedes Jahr zu Gast und weiß, wie viel Engagement dahintersteckt: „Es verdient große Anerkennung, dass die Siebenbürger Sachsen seit nunmehr 30 Jahren dieses schöne Fest organisieren. Dieses Bekenntnis zu den eigenen Wurzeln und zur alten Heimat ist wichtig, und für die Stadt Traunreut sind die Bräuche und Feste der Siebenbürger Sachsen eine echte Bereicherung“, betonte Dangschat.

Der Aufbau für das Fest begann bereits am Vortag. Die rund 70 aktiven Mitglieder hatten zusammengeholfen, den Kronenbaum aufgestellt, den Festplatz vorbereitet, Kuchen gebacken und alles für den Jubiläumstag hergerichtet. Am Ende war das 30. Kronenfest deshalb nicht nur ein Rückblick auf eine lange Tradition, sondern vor allem ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie bis heute von vielen Menschen mit großem Einsatz weitergetragen wird.

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